Histoire contemporaine du Luxembourg

Prisoner-of-War camp Tambov, Rada (Tambov), Russia

Luxemburg wird am 10. Mai 1940 vom nationalsozialistischen Deutschland überfallen. In den folgenden zwei Jahren wird das Großherzogtum praktisch in NS-Deutschland integriert. Verwaltungstechnisch ist es nun Teil des Gaus Moselland. Die jungen luxemburgischen Bürger werden gezwungen, sich dem Reichsarbeitsdienst (RAD) anzuschließen.

Am 30. August 1942 verkündet Gauleiter Gustav Simon die Wehrpflicht. Über 11 000 junge Luxemburger, geboren zwischen 1920 und 1924, sind davon betroffen und werden zum größten Teil an der Ostfront eingesetzt. Rund 1500 von ihnen werden dort gefangen genommen. Diese Zahl erklärt sich zum Teil dadurch, dass viele Luxemburger nicht für die Deutschen kämpfen wollten und sich freiwillig ergaben. Einige von ihnen werden in der sowjetischen Armee als Dolmetscher eingesetzt. Die meisten jedoch werden in Kriegsgefangenenlagern über die gesamte Sowjetunion verstreut. Für über 1000 von ihnen endet die Reise vorerst in den Erdhütten der in der Nähe der russischen Stadt Tambow gelegenen Lagern, wo sie an Unterernährung, Krankheiten und Unterkühlung leiden. Etwa 250 Luxemburger überleben die schweren Lebensbedingungen nicht und werden vor Ort beerdigt.

Nach dem Krieg werden die Überlebenden gegen sowjetische Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter in Luxemburg „ausgetauscht“. Denn die Regierung der UdSSR wollte die Luxemburger Wehrmachtssoldaten nur unter der Bedingung freilassen, dass die in Luxemburg tätigen sowjetischen Zwangsarbeiter in ihre Heimat zurückkehrten.

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